Robotik
Nächster Stopp: Roboter-Olympiade
Bildung Schweiz, 27.11.2025: Schweizer Kinder reisen diesen November nach Singapur, um am Weltfinale der Roboter-Olympiade anzutreten. Ihre Primarschullehrerin hat ihnen das Rüstzeug dazu vermittelt.
09.10.2023
Die Schweizer Delegation bei der Internationalen Linguistik-Olympiade 2023. (Bild: JMM Brown)
Als Mathematik- oder Informatik-Lehrperson liegt es auf der Hand, speziell motivierten Schülerinnen und Schülern die Mathematik- oder Informatik-Olympiade nahezulegen. Die Linguistik-Olympiade zu empfehlen, ist weniger naheliegend – aber nicht weniger sinnvoll.
Luca Charlier (auf dem Foto oben im blauen Hemd) hat bis im Sommer das Collège du Sud in Fribourg besucht. Im März hat er beim Finale der Schweizer Linguistik-Olympiade den ersten Platz belegt, woraufhin er an die Internationale Linguistik-Olympiade in Bulgarien reisen durfte. Bei Schweizer Jugend Forscht hat er währenddessen einen Sonderpreis für seine Maturarbeit gewonnen. Darin ging es nicht etwa um Grammatik oder Vokabular, sondern um «Prime Sequences and Series Studied by Means of Asymptotic Densities». In Zukunft will er sich ehrenamtlich für die Linguistik-Olympiade engagieren – neben seinem Mathematikstudium. Die Linguistik-Olympiade zieht viele Jugendliche wie Luca an: Analytische Denker, Logik-Fans und Rätsellöserinnen. Denn bei der Linguistik-Olympiade gewinnt nicht, wer die meisten Vokabeln kennt oder wer am fliessendsten Französisch, Finnisch oder Farsi spricht – sondern, wer die Struktur hinter den Sprachen durchschaut.
“Man braucht vor allem logisches Denken, Kreativität und eine gewisse Beharrlichkeit”, erklärt die Sprachwissenschaftlerin Jessica Brown von der Universität Lausanne, die sich ehrenamtlich für die Linguistik-Olympiade einsetzt. “Die Prüfungen bestehen aus Texten, die in Sprachen geschrieben sind, die den Teilnehmenden unbekannt sind. Sie sollen die Texte analysieren - ein bisschen so, wie ein Code-Knacker einen unbekannten Code knacken würde – und dabei die Regeln der Sprache entdecken.” Das kann zum Beispiel so aussehen, dass die Jugendlichen die Bedeutungen von Präfixen oder Suffixen einer beinahe ausgestorbenen Sprache entschlüsseln, Verbkonjugationen durch Mustererkennung ableiten oder mit viel Kombinationsgabe und Gespür herausfinden, wie in einer Sprache, von der sie noch nie gehört haben, ein Genitiv gebildet wird.
Während an Mittelschulen verschiedene Fremdsprachen und Literaturen unterrichtet werden, gehört die Linguistik in der Regel nicht oder kaum zum Lehrplan. Daher bitten wir auch nicht nur die Sprachlehrpersonen darum, auf diesen einzigartigen Wettbewerb aufmerksam zu machen, sondern alle Lehrpersonen. Besonders dann, wenn ihnen Schülerinnen und Schüler begegnen, die ein Flair fürs Knobeln aufweisen – was sich beispielsweise im Mathematikunterricht zeigen könnte.