02.06.2025

Medienmitteilung

Schweizer Sprachtalente gewinnen Tickets nach Taiwan

Sie sprechen kein Nubisch oder Baskisch, dennoch können sie Sätze in diesen Sprachen entschlüsseln: Die Gewinnerinnen und Gewinner der vierten Schweizer Linguistik-Olympiade knacken Codes mit logischem Denken. Vom 7. bis 9. Juni werden sie sich an der Universität Zürich auf die nächste Herausforderung vorbereiten: Die Internationale Linguistik-Olympiade in Taipei.

Die Finalprüfung am 1. März an der Universität Bern. (Quelle: Linguistik-Olympiade)

Die Medaillenzeremonie am 18. Mai an der Universität Zürich. (Quelle: Linguistik-Olympiade)

Gold ging unter anderem an Vincent von Planta und Seraina Maag. (Quelle: Linguistik-Olympiade)

Gold-Gewinner Alex Yevsikov (vorne) mit zwei anderen Finalisten beim Vorbereitungsworkshop in Zürich im Januar. (Quelle: Claudia Christen)

Gold-Gewinner Marvin Kessler hat bereits an der Internationalen Linguistik-Olympiade teilgenommen. (Quelle: Linguistik-Olympiade)

Silber ging an (von links nach rechts): Ursus Wigger, Gavriel Harvey, Philipp Dneprov und Lucas Kinsey. (Quelle: Linguistik-Olympiade)

Bronze ging an Sophia Cojocaru (links) und Hongjia Meng... (Quelle: Linguistik-Olympiade)

... sowie an Dana Niederhäuser und Matteo Borger. (Quelle: privat)

Ehrenmeldungen gingen unter anderem an Hanna Balmer (Quelle: privat) und Elihu Bao (Quelle: Young Enterprise Switzerland)

Siyana Klycheva beim Vorbereitungsworkshop in Zürich im Januar. (Quelle: Claudia Christen)

  • Vincent von Planta, Kantonsschule Freudenberg (ZH)
  • Alexander Yevsikov, Mathematisch-Naturwissenschaftliches Gymnasium Rämibühl (ZH)
  • Marvin Kessler, Kantonsschule Baden (AG)
  • Seraina Maag, Kantonsschule Wettingen (AG)
  • Gavriel Harvey, Kantonsschule Uetikon am See (ZH)
  • Lucas Kinsey, Hull’s School (ZH)
  • Ursus Wigger, Alte Kantonsschule Aarau (AG)
  • Philipp Dneprov, Kantonsschule Zug (ZG)

Sie wurden bei der Medaillenzeremonie am 18. Mai in Zürich mit Gold- und Silbermedaillen ausgezeichnet. Zudem wurden vier Bronzemedaillen, vier Ehrenmeldungen und vier Preise für die beste Lösung verliehen (siehe Rangliste). 

In letzter Minute gelöst

Die Gewinnerinnen und Gewinner haben sich beim Finale der Linguistik-Olympiade am 1. März an der Universität Bern gegen rund 80 Mitstreiterinnen und Mitstreiter durchgesetzt. Seine Lieblingsaufgabe zur nubischen Sprache konnte er erst in den letzten Minuten der vierstündigen Prüfung lösen, erzählt der Silber-Gewinner Lucas. “Es war am Anfang sehr schwierig, dann hatte ich plötzlich eine Idee, die funktioniert hat.” Von den Teilnehmenden der Linguistik-Olympiade wird nicht erwartet, dass sie die Sprachen, die in der Prüfung vorkommen, beherrschen. Die Herausforderung besteht vielmehr darin, durch logisches Denken anhand von wenigen Hinweisen den Aufbau einer fremden Sprache zu durchschauen.

Mit logischem Denken ins Finale

Die Knobelaufgaben der Linguistik-Olympiade sprechen nicht nur Fremdsprachen-Fans an, sondern auch mathematisch Begabte. Viele haben bereits an der Mathematik-Olympiade teilgenommen oder wurden durch Tatiana Samrowski, die Mathetalente an der UZH fördert und zugleich die Linguistik-Olympiade mit organisiert, auf den Wettbewerb aufmerksam. Ihm würden beide Fächer einfach Spass machen, erzählt der Gold-Gewinner Vincent. Die Linguistik-Olympiade habe weniger Runden und auch weniger Teilnehmende als jene in Mathematik, erklärt er. Vom Online-Test der ersten Runde ging’s direkt ins Finale. Im Januar fanden noch Vorbereitungsworkshops in Bellinzona, Lausanne, Olten und Zürich statt. Darüber berichtet der zweite Teil unserer Artikelserie über den Ablauf der Wissenschafts-Olympiaden

Kultureller Austausch in Zürich und Taipei

Für die acht Gewinnerinnen und Gewinner der Gold- und Silbermedaillen geht die Reise zunächst an der Universität Zürich weiter. Vom 7. bis 9. Juni trainieren sie dort auf Englisch, zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus Kasachstan und Malta, für die Internationale Linguistik-Olympiade (IOL). Die IOL findet dieses Jahr vom 21. - 26. Juli in Taipei, Taiwan statt. Was für ein tolles Abenteuer die IOL sein kann, beschreibt Dana Niederhäuser in einem Erfahrungsbericht:  “Der Austausch mit Menschen aus anderen Kulturen ist sehr bereichernd. Wir teilen die Begeisterung für Sprachen und können uns super unterhalten. Aber wir reden auch über andere Themen (...) – und das manchmal nächtelang in irgendwelchen Hotelzimmern.” Vincent und Lukas steht die IOL noch bevor, doch sie würden die Teilnahme an der Schweizer Linguistik-Olympiade jetzt schon weiter empfehlen. Die erste Runde für das nächste Schuljahr wird vom 17. bis 24. November 2025 verfügbar sein.

Rangliste

Von rund 80 Finalistinnen und Finalisten werden hier nur jene mit einer Auszeichnung erwähnt.

RangNameSchuleWohnort
1. GoldVincent von PlantaKantonsschule Freudenberg (ZH)Zürich (ZH)
2. GoldAlex YevsikovMNG Rämibühl (ZH)Zürich (ZH)
3. GoldMarvin KesslerKantonsschule Baden (AG)Arni (AG)
4. GoldSeraina MaagKantonsschule Wettingen (AG)Bremgarten (AG)
5. SilberGavriel HarveyKantonsschule Uetikon am See (ZH)Uetikon am See (ZH)
6. SilberLucas KinseyHull’s School (ZH)Baar (ZG)
7. SilberUrsus WiggerAlte Kantonsschule Aarau (AG)Aarau (AG)
8. SilberPhilipp DneprovKantonsschule Zug (ZG)Zug (ZG)
9. BronzeDana NiederhäuserKantonsschule Rychenberg (ZH)Winterthur (ZH)
10. BronzeSophia CojocaruKantonsschule Uetikon am See (ZH)Männedorf (ZH)
11. BronzeHongjia MengKantonale Mittelschule Uri (UR)Altdorf (UR)
12. BronzeMatteo BorgerCollège Claparède (GE)Vandouevres (GE)
13. EhrenmeldungHanna BalmerKantonsschule Zürich Nord (ZH)Zürich (ZH)
14. EhrenmeldungAlyssa GmünderGymnasium St. Antonius (AI)Appenzell (AI)
15. EhrenmeldungSvenja FelberKantonsschule Trogen (AR)Speicher (AR)
16. EhrenmeldungElihu BaoKantonsschule Wettingen (AG)Wettingen (AG)
Preis für die beste Lösung einer Frage: SulkaSophia CojocaruKantonsschule Uetikon am See (ZH)Männedorf (ZH)
Preis für die beste Lösung einer Frage: BaskischMarvin KesslerKantonsschule Baden (AG)Arni (AG)
Preis für die beste Lösung einer Frage: BaskischSiyana KlychevaLucerne International School (LU)Emmenbrücke (LU)
Preis für die beste Lösung einer Frage: NubischMarvin KesslerKantonsschule Baden (AG)Arni (AG)

 

Die Wissenschafts-Olympiade fördert Jugendliche, weckt wissenschaftliche Begabungen und Kreativität und beweist: Wissenschaft ist spannend. Jedes Jahr gibt es 11 Olympiaden und etwa 10’000 Teilnahmen: Workshops, Lager und Prüfungen in Astronomie, Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Linguistik, Mathematik, Philosophie, Physik, Robotik und Wirtschaft.  Die Organisatoren sind junge Forschende, Studierende oder Lehrpersonen, die freiwillig viele Stunden und Herzblut in das nationale Programm investieren. Die besten Teilnehmenden vertreten die Schweiz an internationalen Wettbewerben.

Bilder

Zur freien Verwendung mit Quellenangabe. Download am Ende des Beitrags via Button. 

Kontakt

Lara Gafner

Verantwortliche Marketing und Kommunikation

Wissenschafts-Olympiade
Universität Bern

Hochschulstrasse 6

3012 Bern

+41 31 684 35 26

l.gafner@olympiad.ch

Altri articoli

Robotik

Schweizer Robotik-Teams tüfteln in Singapur

Vom 26.-28. November fand in Singapur die mit fast 600 Teams und über 1500 Teilnehmenden bisher grösste World Robot Olympiad (WRO) statt. Sieben Schweizer Teams traten mit selbstgebauten Robotern an und knüpften Kontakte mit Kindern und Jugendlichen aus aller Welt.

Geographie

Nachwuchsgeographen gewinnen Tickets in die Türkei

Teenager, die an einem Samstagmorgen früh aufstehen, um freiwillig Prüfungen zu schreiben und ein Bieler Quartier zu kartieren? So etwas gibt’s am nationalen Finale der Geographie-Olympiade, das am 8. November am Gymnasium Biel-Seeland stattfand.

Robotik

Gold- und Bronzemedaillen für Schweizer Teams in Innovations-Kategorie an europäischem Robotik-Wettbewerb

Acht junge Schweizer Teams nahmen vom 2. – 5. September in Ljubljana zusammen mit über 300 anderen Kindern und Jugendlichen am diesjährigen Open Championship – Wettbewerb der World Robot Olympiad teil. Besonders gut schnitt die Schweiz dabei in der noch jungen Kategorie «Future Innovators» ab.

Mathematik

Schweizer Mathetalente zeigen in Chemnitz ihr Potenzial

Wer sich eine Mathematik-Olympiade als reinen Einzelkampf vorstellt, kennt die Mitteleuropäische Mathematik-Olympiade (MEMO) noch nicht. Dort treten junge Talente auch als Team an. Vom 25. bis zum 30. August fand der Wettbewerb mit 66 Teilnehmenden aus 11 Ländern im deutschen Chemnitz statt.

Astronomie

Erste Auszeichnung für Schweiz an Internationaler Astronomie-Olympiade in Indien

Fast 300 Jugendliche aus rund 60 Ländern, die schwarze Löcher berechnen und mit dem Teleskop auf Schatzsuche gehen: Vom 11. bis 21. August fand in Mumbai die 18. Internationale Astronomie-Olympiade statt. Zum zweiten Mal überhaupt war die Schweiz dieses Jahr mit drei Gymnasiasten vertreten.

Informatik

Junge Schweizer Programmierkünstler in Bolivien ausgezeichnet

Logisch denken, Probleme lösen und dem Computer sagen, was zu tun ist: Das können die rund 330 Teilnehmenden der Internationalen Informatik-Olympiade besonders gut. Die 37. Ausgabe des Programmierwettbewerbs für Jugendliche fand vom 27. Juli bis am 3. August im bolivianischen Sucre statt.