Preise für Schweizer Sprachwissenschafts-Talente in Rumänien
Vom 26. Juli bis 2. August nahmen acht Schweizerinnen und Schweizer an der Internationalen Linguistik-Olympiade (IOL) in Bukarest teil und gewannen eine Bronzemedaille und zwei Ehrenmeldungen. Bei der IOL lösen etwa 450 Jugendliche aus rund 50 Ländern sprachliche Rätsel und entschlüsseln fremde Schriften. Mehrere Sprachen zu sprechen führt dabei nicht automatisch zum Erfolg – vielmehr geht es um logisches Denken und Mustererkennung.
Das Schweizer Team. Von links nach rechts, hinten: Ayrton-Didier Brincat und Marvin Lundgren (Teamleitung), Alicia Spirig, Hanna Balmer, Matteo Borger, Elihu Bao, Tatiana Samrowski (Teamleitung), Zoé Faller. Vorne: Vincent von Planta, Gavriel Harvey, Sophia Cojocaru. (Quelle: Schweizer Linguistik-Olympiade)
Das Schweizer Team bei der Eröffnungszeremonie. (Quelle: Mircea Popa)
Gavriel Harvey erhält seine Bronzemedaille. (Quelle: Mircea Popa)
Sophia Cojocaru erhält ihre Ehrenmeldung. (Quelle: Mircea Popa)
Vincent von Planta erhält seine Ehrenmeldung. (Quelle: Mircea Popa)
Sophia Cojocaru wird von der Presse vor Ort interviewt. (Quelle: Mircea Popa)
Vincent von Planta (Quelle: Mircea Popa)
Elihu Bao (ganz rechts), daneben Gavriel Harvey. (Quelle: Mircea Popa)
Alicia Spirig (Quelle: Mircea Popa)
Hanna Balmer (Quelle: Mircea Popa)
Matteo Borger (Quelle: Mircea Popa)
Zoé Faller und Matteo Borger. (Quelle: Mircea Popa)
Das Schweizer Team holte erstmals seit seiner ersten Teilnahme vor vier Jahren gleich drei Auszeichnungen, darunter die bisher zweite Medaille:
Bronzemedaille: Gavriel Harvey, Kantonsschule Uetikon am See (ZH)
Ehrenmeldung: Vincent von Planta, Gymnasium Freudenberg (ZH)
Ehrenmeldung: Sophia Cojocaru, Kantonsschule Uetikon am See (ZH)
Alicia Spirig, Gymnasium Friedberg (SG)
Elihu Bao, Kantonsschule Wettingen (AG)
Hanna Balmer, Kantonsschule Zürich Nord (ZH)
Matteo Borger, Collège Claparède (GE)
Zoé Faller, Gymnase de la Cité (VD)
Kein reiner Einzelkampf
Der Wettbewerb für junge Sprachtalente bestand aus einer sechsstündigen Einzelprüfung am 28. Juli und einer Teamprüfung am 31. Juli. “Die grösste Herausforderung ist es, alle Aufgaben in der gegebenen Zeit zu lösen”, findet Matteo. Hanna gefiel die Prüfung im Team: “Dort muss man die Aufgaben nochmals anders angehen und neue Strategien für eine gute Zusammenarbeit entwickeln. Man ist dabei nicht allein und kann sich austauschen, was einem oft hilft, schneller weiterzukommen, wenn man gerade irgendwo stecken bleibt.”
Unterwegs mit Gleichgesinnten
Zwischen den Prüfungen besuchten die Teilnehmenden rumänsiche Sehenswürdigkeiten und tauschten sich untereinander aus. Gavriel erzählt, dass er bei der Schlusszeremonie die Unterschriften all der Teilnehmenden sammelte, mit denen er sich im Verlauf der Woche unterhalten hatte. «Fantastisch ist nicht nur, dass ich mich mit vielen Menschen aus verschiedenen Kulturen unterhalten kann, sondern auch, dass ich mit ihnen über das Thema sprechen kann, das mich am meisten begeistert, nämlich die Linguistik», meint Matteo. «Da ich seit meiner Kindheit in einem mehrsprachigen Umfeld aufgewachsen bin, habe ich ein Interesse am Vergleich verschiedener Sprachen entwickelt.»
Logik trifft auf Kultur
Es gehe bei der Linguistik nicht “nur” um Sprache, weil eine Sprache immer mit Kultur und Weltanschauung einhergeht, erklärt Alicia. “ Ausserdem verlangen die Aufgaben eine Art Logikverständnis, das sonst nur selten benötigt wird.” “Das Tolle an der Linguistik ist wirklich, dass es logisches Denken und Kombinationsfähigkeit mit kulturellen Aspekten vereint”, bestätigt Hanna.
Nächstes Ziel: Thailand
Für einige der Schweizer Teilnehmenden beginnt im Herbst mit dem Studium ein neuer Lebensabschnitt, andere besuchen weiterhin das Gymnasium. Zoé, Elihu und Gavriel sind sich einig, dass sie im kommenden Schuljahr noch einmal teilnehmen möchten. “Ich hoffe auf eine Teilnahme an der IOL 2027 in Thailand, und dass ich dort noch besser abschneiden werde!”, sagt Gavriel.
Die Wissenschafts-Olympiade fördert Jugendliche, weckt wissenschaftliche Begabungen und Kreativität und beweist: Wissenschaft ist spannend. Jedes Jahr gibt es 11 Olympiaden und etwa 10’000 Teilnahmen: Workshops, Lager und Prüfungen in Astronomie, Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Linguistik, Mathematik, Philosophie, Physik, Robotik und Wirtschaft. Die Organisatoren sind junge Forschende, Studierende oder Lehrpersonen, die freiwillig viele Stunden und Herzblut in das nationale Programm investieren. Die besten Teilnehmenden vertreten die Schweiz an internationalen Wettbewerben. Wer mitmachen möchte, kann nach den Sommerferien online an den ersten Runden teilnehmen.
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Das fünfköpfige Schweizer Team bei der 9. Internationalen Wirtschafts-Olympiade (12.-20. Juli in Shenzhen, China) hat einen neuen Rekord gesetzt. Zum ersten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs gewannen Schweizer Jugendliche Goldmedaillen – und zwar nicht nur eine, sondern gleich zwei.