28.07.2025

Communiqué de presse

Erste Medaille für die Schweiz an Internationaler Linguistik-Olympiade

Seit 2022 nehmen jedes Jahr Schweizer Jugendliche an der Internationalen Linguistik-Olympiade (IOL) teil. Dort entschlüsseln sie Fremdsprachen, die sie nie gelernt haben, und unterhalten sich mit Sprachtalenten aus aller Welt. Nun feiert die Schweizer Delegation zum ersten Mal eine Medaille: An der 22. IOL, die vom 20. - 27. Juli in Taipei stattfand, gewann ein Aargauer Silber.

Die Schweizer Delegation. Von links nach rechts: Vincent von Planta, Philipp Dneprov, Sophia Cojocaru, Dana Niederhäuser, Alexander Yevsikov, Lucas Kinsey, Gavriel Harvey, Marvin Kessler.

Marvin Kessler (Silbermedaille) und Gavriel Harvey (Ehrenmeldung).

Silbermedaillen bei der Preisverleihung.

Sightseeing in Taiwan. (Quelle: Schweizer Linguistik-Olympiade)

Silber-Gewinner Marvin Kessler hat 2023 schon einmal an der Internationalen Linguistik-Olympiade teilgenommen und eine Ehrenmeldung gewonnen. (Quelle: Schweizer Linguistik-Olympiade)

Gavriel Harvey. (Quelle: Schweizer Philosophie-Olympiade)

Sophia Cojocaru bei einem Workshop der Schweizer Linguistik-Olympiade im Januar. (Quelle: Claudia Christen).

Lucas Kinsey (links) und Philipp Dneprov (rechts) bei einem Workshop der Schweizer Linguistik-Olympiade im Januar. (Quelle: Claudia Christen).

Alexander Yevsikov (links) bei einem Workshop der Schweizer Linguistik-Olympiade im Januar. (Quelle: Claudia Christen).

Dana Niederhäuser. (Quelle: Privat)

Für die Schweiz waren acht Jugendliche am Start, die sich über die Schweizer Linguistik-Olympiade für die internationale Runde qualifiziert haben:

  • Vincent von Planta, Kantonsschule Freudenberg (ZH)
  • Alexander Yevsikov, MNG Rämibühl (ZH)
  • Marvin Kessler, Kantonsschule Baden (AG)
  • Gavriel Harvey, Kantonsschule Uetikon am See (ZH)
  • Lucas Kinsey, Hull’s School (ZH)
  • Philipp Dneprov, Kantonsschule Zug (ZG)
  • Dana Niederhäuser, Kantonsschule Rychenberg (ZH)
  • Sophia Cojocaru, Kantonsschule Uetikon am See (ZH)

Die Silbermedaille ging an Marvin Kessler. Ausserdem wurde Gavriel Harvey mit einer Ehrenmeldung ausgezeichnet. 

Analysefähigkeiten statt Vorwissen

“Ich mag an der Linguistik-Olympiade, dass es eine interessante Art ist, die unterschiedlichen Sprachen der Welt zu entdecken. Mit jedem Problem lernt man etwas Neues über Sprachen”, sagt Marvin Kessler. “Ich finde es auch schön, dass es allen offensteht, denn es braucht vor allem sorgfältige Analysefähigkeit und nicht viel Vorwissen.” Man muss nicht sonderlich viele Fremdsprachen sprechen, um teilzunehmen. Vielmehr geht es darum, die Struktur von oft eher wenig bekannten Sprachen zu analysieren. “Ich fand das Gefühl super, eine Aufgabe fertig zu lösen”, findet Vincent von Planta. “Ich bin sehr zufrieden, auch wenn ich nichts gewonnen habe und nicht einmal alle Aufgaben gelöst habe. Ich war das erste Mal an einer internationalen Olympiade und ich dachte nicht, dass ich so gut arbeiten werde.”

Kultureller Austausch 

“Linguistik zeigt, dass man den sprachlichen Hintergrund einer Kultur oder einer Person kennen muss, um sie wirklich zu verstehen”, meint Lucas Kinsey. Leute aus verschiedenen Kulturen zu treffen und zu verstehen, wie sie denken, war für ihn das Highlight an der IOL. “Was ich am meisten an der Linguistik-Olympiade mag, ist, dass es für eine Woche total normal wird, mit Leuten aus der ganzen Welt zu sprechen und sie kennenzulernen”, so auch Marvin. “Neben dem Wettbewerb ist das meiner Meinung nach die wertvollste Erfahrung, die man an der Olympiade machen kann.” Im März schrieb Dana Niederhäuser über ihre bisherigen drei IOL-Erfahrungen: “Der Austausch mit Menschen aus anderen Kulturen ist sehr bereichernd. Wir teilen die Begeisterung für Sprachen und können uns super unterhalten. Aber wir reden auch über andere Themen (...) – und das manchmal nächtelang in irgendwelchen Hotelzimmern.” 

Wer an der Linguistik-Olympiade teilnehmen möchte, kann vom 17. bis 24. November 2025 den Online-Test der ersten Runde lösen. Im Rahmen der Junior Euler Society an der Universität Zürich finden Vorbereitungskurse statt. Interessierte können sich an Tatiana Samrowski (tatiana.samrowski@math.uzh.ch) wenden.

Nächstes Jahr, nächste Medaille?

Auch für Marvin und Gavriel war Taiwan nicht die erste IOL. Als die Schweizer Delegation letztes Jahr in Brasilien leer ausging, nahm sich Gavriel vor, an der IOL 2025 etwas für die Schweiz zu gewinnen, was ihm mit seiner Ehrenmeldung gelungen ist. Nun lautet sein neues Ziel: Eine Medaille an der IOL 2026 in Rumänien! Auch Vincent strebt eines Tages eine Medaille an, allerdings hat er bis zum Schulabschluss noch mehrere Jahre Zeit, um dieses Ziel zu erreichen. Marvin kann nicht noch einmal teilnehmen, will aber den Kontakt zur Linguistik weiter pflegen, entweder durch ein entsprechendes Studium oder durch ein freiwilliges Engagement für die Schweizer Linguistik-Olympiade.

 

Die Wissenschafts-Olympiade fördert Jugendliche, weckt wissenschaftliche Begabungen und Kreativität und beweist: Wissenschaft ist spannend. Jedes Jahr gibt es 11 Olympiaden und etwa 10’000 Teilnahmen: Workshops, Lager und Prüfungen in Astronomie, Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Linguistik, Mathematik, Philosophie, Physik, Robotik und Wirtschaft.  Die Organisatoren sind junge Forschende, Studierende oder Lehrpersonen, die freiwillig viele Stunden und Herzblut in das nationale Programm investieren. Die besten Teilnehmenden vertreten die Schweiz an internationalen Wettbewerben.

Bilder

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